Warum hieß das Kinderkurheim in Wiek "sächsisches Kinderheim"?

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    • Warum hieß das Kinderkurheim in Wiek "sächsisches Kinderheim"?

      Hallo liebe Leute,

      ich bin ja noch neu hier und habe bisschen quer gelesen. Ich möchte mich ersteinmal bedanken für diesen richtig guten Thread über das Kinderkurheim in Wiek. Es sind für mich sehr wichtige Informationen! Es ist so ein hilfreicher Thread! Es gibt ja leider kaum etwas im Netz über dieses Kurheim zu finden. Also detailliertere Infos oder Derartiges...

      Ich habe jetzt mal einige Verständnisfragen und sorry, falls es irgendwo schon steht. Könntet ihr mir dann die Links der Threads schicken.

      Also dies ist ein Portal für ehemalige Heimkinder, richtig?
      Der Thread für das Kinderkurheim ist erstellt worden, weil es jemanden interessiert hat, wer zu einer zeitbegrenzten Kur war, richtig?
      Also hat das Kinderkurheim nicht unbedingt etwas mit einem Kinderheim zu tun, oder?

      War das Kinderkurheim in Wiek auch ein Kinderheim? Ich habe es so verstanden, dass es die größte Kureinrichtung der DDR war mit etwa 1000 Kindern Durchlauf pro Monat, richtig?
      Warum hieß das Kinderkurheim "sächsisches Kinderheim". Warum "sächsisches"? , obwohl es auf Rügen ist? Hatte es etwas mit einem bestimmten Betrieb zu tun? Und warum "Kinderheim", obwohl dort Kuren stattfanden? (Mir fällt gerade ein, vielleicht war es nur ein Begriff, der so benutzt wurde...)

      Ist hier vielleicht jemand aus der ehemaligen DDR, der diese Fragen beantworten könnte?

      Danke und liebe Grüße von Emely
    • Hab mal gegooglt und das gefunden



      Der Reiseführer von Schuster schildert in seiner Ausgabe für 1929-1930
      die Vorgeschichte: „Wiek war durch die Kriegszeit zu großer Bedeutung
      gelangt. Es wurde Marine-Flugstation, am Hafen und auf dem über dem
      Bodden liegenden Bug wurden Flugzeughallen erbaut, in Wiek derer vier,
      daneben Baracken für eine 1000 Mann starke Besatzung. Die Station musste
      auf Anordnung der Entente aufgelöst werden …“ Das riesige Areal
      verkaufte man an die sächsische Regierung, und einige der Baracken
      wurden als sächsisches Kinderheim, Leitung Jugendamt Chemnitz,
      eingerichtet; 35 sächsische Städte hatten sich dafür
      zusammengeschlossen. Ab 1922 konnten bis zu 1.250 Kinder nun in einem
      der größten Kinderheime im Osten Deutschlands in der Zeit von Mitte
      April bis Mitte Oktober Erholung finden, wobei die Belegung alle sechs
      Wochen wechselte.

      Der endgültige Ausbau zum „Sächsischen Kinderkurheim“ – später auch
      „Weiße Kinderstadt am Bodden“ genannt – erfolgte 1928/29 nach Plänen der
      Architekten und Bauhausschüler Oskar und Gustav Waldo Wenzel mit einem
      Aufwand von 1,5 Millionen Mark. 26 Häuser, ein großes
      Wirtschaftsgebäude, Gärtnerei, Wasserturm und eigener Strand waren nur

      einige der Baulichkeiten.
    • Und dannnoch . . .



      Am 1. Juli 1949 übernahm die damalige Sozialversicherungsanstalt (SVA)
      der späteren DDR das „Kindergenesungsheim“, später (Pionier-) Heim
      „Frohe Zukunft“. In den 1950er Jahren wohnten in jedem Haus jeweils 40
      Kinder im Alter zwischen fünf und vierzehn Jahren, im Erdgeschoss die
      „Großen“, die Kleineren im Obergeschoss, anfangs „natürlich“ streng
      getrennt nach Jungen und Mädchen. Pro Jahr gab es zwölf Kurdurchgänge;
      die rund 450 Kinder eines Durchganges wohnten jeweils drei bis vier
      Wochen „in 26 fernbeheizten Kinderhäusern mit fließendem kaltem und
      warmem Wasser, jedes Haus umgeben mit einer schönen Gartenanlage. Jede
      Kindergruppe hat einen gemeinschaftlichen Schlafsaal und je einen
      Speise- und Beschäftigungsraum“, erläuterte das Handbuch Ostseeküste
      von 1963. Vorausgegangen waren umfangreiche Renovierungs- und
      Modernisierungsmaßnahmen der Schlaf- und Aufenthaltsräume sowie der
      Wirtschafts- und Sanitäreinrichtungen, die sich über mehrere Jahre
      hinzogen.

      Heute beherbergen die denkmalgeschützten weißen Holzgebäude mit
      Kolonnaden im so genannten Florida-Baustil eine Reha-Fachklinik für
      Mutter und Kind.

      Vom Kinderheim liegen aus unterschiedlichen Zeitabschnitten
      Ansichtskarten mit vielen Motiven vor, die von einem Gesamtüberblick aus
      dem Flugzeug über Detailaufnahmen von den Gebäuden und Einblicken in
      die Räume bis hin zu den Beschäftigungen der Kinder reichen. So sind die
      Heiminsassen beim Spielen, Baden, bei Schiffsausflügen und Wanderungen,
      aber auch beim Kartoffelschälen, bei Appellen und anderen mehr oder
      minder beliebten Aktivitäten zu sehen.

      Für viele Kinder war es das große Abenteuer – der erste Aufenthalt an
      der Ostsee, die erste längere Abwesenheit von zu Hause und die
      Gemeinschaft mit Kindern aus anderen Orten des Landes. Daran konnten
      weder die anfangs noch primitiven Wohnverhältnisse in Schlafsälen mit
      einer Belegung von bis zu 16 Betten, die beängstigend erscheinende Enge
      im großen Speisesaal und das vermutlich nicht immer allen Geschmäckern
      entsprechende Essen etwas ändern. Auch die in den 1950er Jahren
      organisierte Pionier- und Erziehungsarbeit durch Gruppen- und Heimräte,
      die Fahnenappelle, bei denen kleine Disziplinlosigkeiten schon einmal
      vor der versammelten Belegung gerügt wurden, und der Schulunterricht
      konnten die Freude am Kuraufenthalt nicht trüben.
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